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Meine Leseblockade & ich – wie es dazu kam und was ich ändern möchte

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Dieser Beitrag entstand aus dem Gedanken heraus, darf ich eBooks besser finden als Printbücher vermutlich ist euer erster Gedanke – klar darf ich das! Das ist auch richtig, dennoch tu ich mir selbst damit schwer. Ich liebe Bücher – schon immer! Aber über die Jahre habe ich immer weniger gelesen, weil keine Zeit war, andere Dinge wichtiger waren oder ich in meiner freien Zeit anstatt zu lesen lieber an eigenen Projekten geschrieben habe. Irgendwann kam dann der Wandel vom Printbuch zum eBook. Ich weiß schon gar nicht mehr, seit wann ich meinen eReader habe, aber es müsste so ca 2012 gewesen sein. Ich habe vor allem Selfpublisher-Bücher gelesen, da diese vermehrt als eBook veröffentlicht wurden.

Momentan ist leider ein weiteres Hindernis zu meiner Leseblockade gekommen, ich habe mich nicht mehr getraut zu lesen. Warum? Ich hatte Angst, Ideen “abzukupfern” bzw. unbewusst Elemente die mir vielleicht in Büchern gut gefallen haben, in meine eigenen Geschichten mit einfließen zu lassen. Klingt verrückt? Ist es vermutlich auch ein wenig. Mir ist durchaus bewusst, dass man das Rad nicht neu erfinden kann und sich deshalb Geschichten immer ähneln werden und wenn man nicht bewusst Szenen, ganze Bücher oder Charaktere kopiert, dürfte da auch außer einer gewissen Ähnlichkeit nichts sein, was mir irgendwann unterstellt werden kann. Natürlich hat diese Angst auch ein wenig damit zu tun, dass ich einige Plagiatsfälle miterlebt habe und ich das einfach furchtbar traurig und beschämend fand. Ich lege so viel Herzblut in jedes einzelne Wort, brauche vielleicht sogar Jahre, um eine Geschichte zu beenden und andere schmücken sich mit fremden Federn. Doch nicht nur diese Aspekt, hat mein Denken beeinflusst. Eine vermutlich heute unbedeutende Aussage, hat mich damals sehr verletzt und bis heute verunsichert. Ich bin mir erst jetzt so wirklich klar darüber geworden, wie das alles zusammenhängt. Werfen wir also einen kurzen Blick in die Vergangenheit:

Als ich damals meine Novelle “Scáth Solas – Schattenlicht” 2012 veröffentlich habe, war ich noch unbedarft und es hatte seine Fehler und Macken, aber ich war stolz auf mich. Ich habe in einer für mich schweren Zeit, etwas auf die Beine gestellt, worauf ich unglaublich stolz sein konnte. Ich vergab Rezensionsexemplare und veranstaltete eine Leserunde. Ich freute mich über das Feedback. Die Bewertungen und Meinungen waren fast durchweg positiv oder gutes Mittelfeld, bis eines Tages eine Leserin meinte, ich hätte eine Erklärung, aus einem anderen Buch “plagiiert”. Für mich brach in diesem Moment eine kleine Welt zusammen. So etwas hätte ich nie getan, also wollte ich von ihr natürlich genau wissen, was sie meinte. Es war die Erklärung, was ein Nephilim/Nephalem ist (ein Nachkomme von Mensch und ‘gefallenem’ Engel). Ich habe dazu natürlich recherchiert und einige Artikel gelesen, also fragte ich weiter nach. Letztendlich sagte sie mir, ich hätte den genauen Wortlaut aus dem Buch übernommen. Einem englischen Buch, das nie ins deutsche übersetzt wurde. Wer mich jetzt kennt, der weiß, dass das niemals sein kann. Ich kann nämlich kein englisch, zumindest nicht so gut, dass ich Bücher lesen könnte. Für die einfachsten Sachen nutze ich Google-Übersetzer oder frage meine Freundinnen (eine hat mir schon eine komplette Aufgabenstellung für die Schule übersetzt, weil ich nicht in der Lage diese zu verstehen xD). Ich versuchte mich also zu rechtfertigen, erklärte es ihr und alles, aber sie blieb in ihrer Meinung festgefahren und nur wegen diesem einen Satz, hatte sie der Bewertung einen ganzen Stern abgezogen. Damals war das für mich natürlich ein großes Dilemma. Heute zucke ich nur noch mit den Schultern über dieses Verhalten, dennoch scheint es etwas in mir verankert zu haben. Diese Aussage, diese “Anschuldigung” etwas getan zu haben, was ich nie getan habe, geschweige denn tun werde, hat mich doch verletzt.

Um nun zum eigentlichen Thema zurückzukommen, durch diesen Vorfall, ist meine Angst, eine Idee aus einem anderen Buch zu verwenden, selbst wenn es nur angelehnt ist oder nur ansatzweise ähnlich ist, unfassbar groß. Es kostet mich also Überwindung zu lesen, während ich an eigenen Geschichten schreibe. Was ein immerwährender Zustand ist, da ich immer an eigenen Geschichten schreibe.

 

Was hat das ganze nun mit eBook vs. Print zu tun?

 

Das möchte ich dir verraten. Nicht nur, dass die oben genannte Aussage bereits dafür Sorge trägt, dass ich “Angst” habe zu lesen, es ist auch noch meine verquere Liebe zu Büchern, die mir Steine in den Weg legt. Wie schon mehrfach erwähnt liebe ich Bücher, vor allem Hardcover, mit schönen Covern und Schutzumschlägen, toller Innengestaltung und schönem Papier. Ich liebe es, wie sie sich anfühlen, wie sie riechen, wie sie aussehen. Ich liebe es, sie aneinander gereiht in meinem Regal stehen zu sehen. Genau das ist einer der Punkte, warum ich am liebsten Printbücher besitze.

Und ist dir etwas aufgefallen? Ja, ich besitze, diese Bücher gerne, muss aber gestehen, ich lese viel lieber eBooks. Sie sind nicht so schwer, fallen mir nicht ständig auf die Nase, wenn ich in mein Bett gelümmelt bin, ich kann den eReader mit einer Hand halten und wenn das Licht spärlich wird (und da ich sowieso nicht so gut sehe) kann ich die interne Beleuchtung anschalten. Ich kann die Schriftgröße anpassen, wenn sie mir zu klein ist und ich lieber ohne Brille lesen möchte, ich trage immer eine kleine Bibliothek mit mir herum wenn ich unterwegs bin. Es gibt unfassbar viele Vorteile, die mir ein eReader bieten kann und mein Leseerlebnis verbessern.

Aus diesen Gründen, habe ich mir eine weitere dämliche Macke angeeignet. Ich habe Bücher doppelt gekauft. Das Printbuch (meist Hardcover), um es zu besitzen und das eBook, um es zu lesen. Kann man machen, aber mein Geldbeutel weinte irgendwann bitterlich. Natürlich habe ich den Autoren damit unterstützt, aber dennoch war das kein Zustand auf Dauer, also zog ich die Reißleine. Dieser Riss jedoch, hat die Kluft zwischen mir und meiner Leselust noch vergrößert. Es ist wirklich zum Haare raufen. Dieses Jahr, also 2018, habe ich bis auf BeastSoul (zur Überarbeitung) noch kein einziges Buch gelesen. 2017 habe ich zumindest einige wenige geschafft. Es frustriert mich. Ich hasse es, aber bis vor kurzem wusste ich einfach nicht, woher diese Leseblockade kam und endlich habe ich einige Gründe dafür gefunden. Natürlich sind diese Gründe möglicherweise verrückt, für den ein oder anderne unverständlich und total absurd. Aber es sind meine Gründe.

Mit dem Gefühl, diese endlich aufgedeckt und ans Licht gebracht zu haben, geht es mir besser. Ich konnte sie von allen Seiten betrachten und arbeite daran eine Lösung für mich zu finden. Momentan bin ich zu folgenden Lösungsansätzen gekommen:

Ich werde eBooks kaufen und lesen, und nur, wenn das Buch mich so begeistert, dass ich es absolut vergöttere, kaufe ich mir das Printbuch, um es beim vorbeilaufen am Regal anschmachten zu können. Das ist besser für meinen Geldbeutel und auch für den Platz in meinen Regalen. Ich umgebe mich dann nur noch mit Lieblingsbüchern <3

Mein Problem mit dem “Ideendiebstahl” ist da doch etwas komplexer. Ich werde, um mich mit der Leselust wieder infizieren zu können, erst einmal ein Genre lesen, das ich mag, aber in dem ich nicht so viel schreibe. New/Young Adult. Die Geschichten sind meist leicht und schön zu lesen und haben fast nichts mit meinen momentanen Projekten am Hut, welche sich ja eher in den Genres Urbanfantasy und Dystopie im Jugendbuchbereich befinden. Ich hoffe, dass ich dann den Sprung wagen kann und eines Tages zurück zu diesen Genres finde, ohne dabei in die Kluft zu stürzen, die noch zwischen uns liegt.

Hattet ihr auch schon mal eine Leseblockade? Wie seid ihr damit umgegangen und wie habt ihr es geschafft, diese zu überwinden?

 

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