Von der Idee zum fertigen Text – plotten, pantsern, träumen

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Gestern Abend habe ich die Instagram-Story der lieben Laura Labas gesehen und sie erzählte von ihrer Situation. Sie arbeitet nämlich gerade an einem Schreibprojekt und ich kenne Laura als die Planungsqueen schlecht hin. Dermaßen detaillierte Vorplanung und Ausarbeitung habe ich bisher selten gesehen und sie weiß, dass ich sie dafür sehr bewundere und immer wieder aufs Neue denke – wow! Schon öfters habe ich mir gewünscht, ich könnte das wie sie. Es ist wirklich faszinierend und ich ziehe meinen Hut vor ihr für diese Leistung. Leider liegt mir persönlich diese detaillierte Ausarbeitung gar nicht. 

Um zurück auf das eigentliche Thema zu kommen, Laura hat bei diesem Projekt einmal nicht alles bis ins kleinste Detail geplant. Sie meinte sie hat die Charaktere ausgearbeitet, das Wordlbuilding und schließlich auch den Anfang, doch dann hat sie zu schreiben begonnen. Wenn sie dann an einen bestimmten Punkt kam, hat sie wieder geplant und danach wieder geschrieben. Nur jetzt ist sie an einen Punkt angekommen, an den sie so weit voraus geschrieben hat, dass sie mit der Planung nicht mehr hinterherkommt und ohne Planung fällt es ihr schwer, bzw. ist es ihr fast unmöglich weiterzuschreiben und sie findet es faszinierend wie Leute das schaffen, sogenannte Pantser, die einfach drauf los schreiben ohne einen so detaillierten Plan zu haben. Zu denen gehöre ich auch. Genau genommen bin ich eine Mischung aus Plotter und Pantser. Ich kann nicht alles im Detail planen, ich kann aber auch nicht mehr einfach nur darauf los schreiben (discovery writing) so wie ich es früher gemacht haben und sehen wohin mich der Weg führen wird.

Nun habe ich für mich einen Weg gefunden, der mir gut liegt, wie ich genau plotte werde ich euch noch einmal in einem anderen Beitrag zeigen, heute möchte ich euch aber allgemein erzählen wie ich von der Idee zum fertigen Text komme. 

Zuerst hätten wir da eine Idee, die kommen bei mir oftmals ziemlich unvermittelt in allen möglichen Situationen. Ich lese einen Spruch, sehe ein Bild, höre ein Lied. Viele Ideen enstehen auch beim Autofahren, irgendwie ist mein Geist dabei ziemlich offen für Neues und ich kann euch sagen, da kam schon einiges Gutes zustande!

Sobald ich die Idee also habe wird sie notiert, danach endet das in einer Art Brainstorming-Mindmap. Ich notiere mir querbeet alles was mir dazu einfällt. Namen, Wörter, Handlungen, Themengebiete. Einfach alles, was ich dazu finde und es als passend erachte. Dies halte ich meist im Programm Trello fest, mit dem ich auch meine Romane plotte (doch das erzähle ich euch ein andermal, wieso ich das nutze^^). Wenn ich dann ein bisschen Struktur in diese Notizsammlung gebracht habe, überlege ich mir wie es weitergeht. Wie beginnt die Geschichte, wie soll sie enden und welchen Verlauf wird sie dahin nehmen. Das nimmt natürlich die meiste Zeit in Anspruch aber auch hier ist es bei mir eher sehr vage und stichpunktartig. Es sind grobe Punkte, welche erst beim Schreiben ausgearbeitet werden. Trotzdem helfen mir diese Punkte mich am Handlungsstrang entlang zu hangeln. Das ist dann sozusagen diese Mischung zwischen Plotter und Pantser.

Ich habe mir zuvor grobe Gedanken gemacht, habe mir sozusagen Streckenpunkte gesetzt und dann laufe ich los. Ich schreibe mich von einem Punkt zum anderen Punkt und dazwischen? Dazwischen träume ich. Das ist der ausschlaggebende Punkt, der mir hilft nicht stecken zu bleiben. Diese Antwort gab ich Laura auch gestern in ihrer Instagram-Story. Ich stelle mir das ganze wie ein Film vor, der vor meinem inneren Auge abgespielt wird. Ich überlege was gesagt wird, wie die Szene aussieht und verliere mich völlig in dieser Vorstellung und gleichzeitig schreibe ich. Oft mit geschlossenen Augen und gänzlich in dieser Traumszenarie verloren. Ich schreibe es direkt mit, als würde ich es in diesem Augenblick erleben. Mich kann die Handlung überraschen, weil ich nicht genau weiß, was passiert. Ich versuche meinen Charakteren das Leben einzuhauchen, damit sie eigenständig agieren können. Ich bin lediglich Zuschauer und schreib das auf, was ich sehe. So funktioniert das für mich ziemlich gut habe ich festgestellt. 

So ist es auch vor dem Einschlafen. Ich schließe die Augen und träume mich zu meiner letzten Szene die ich geschrieben habe, ich überlege, wie es weitergehen wird und lasse mich dann von meinen Charakteren führen. Sie zeigen mir den Weg und wenn ich am nächsten Tag aufwache, hängen noch einige dieser ideen in meinem Kopf fest. Ich notiere sie mir grob und abends läuft es dann auf ähnliche Weise ab, wie jeden Abend. Ich suche mir den nächsten Plotpunkt heraus und fange an zu träumen.

Wie ist das bei euch? Seid ihr Plotter, Pantser oder sogar ebenfalls ein Träumer?

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